Die Ziele des Lobauer Frühling sind so vielfältig wie seine Ausdrucksformen.

Im Sinne einer nachhaltigen Förderung ökologisch motivierter Lebensweisen wird nicht versucht bekehrende Reden zu halten oder vor Argumenten für oder gegen strotzende Flugzettel oder Artikel unter die Menschen zu bringen.

In der Informationsflut, die uns besonders in der Stadt heute mit allen Sinnen erreicht und die das Selektionsvermögen derart geschult haben, dass nur noch ganz einschlägige Botschaften, die über das alltägliche Bedürfnis (Angebote, Ankündigungen) hinausgehen, aufgenommen werden, gelingt es dem Lobauer Frühling mit seinen Aktionen eine geraume Anzahl von Menschen sichtlich zum Nachdenken zu bewegen.

Der Gesang und die Musik treten vor allem in den Folgeaktionen in den Vordergrund und machen den öffentlichen Raum zur Plattform für radikale Veränderung. Der Gebrauch des Gesanges als politische Ausdrucksform und Mittel der Kommunikation von Inhalten ist eine uralte Tradition, die so alt ist wie die Menschheit. In der heutigen Zeit bietet Musik viel mehr Möglichkeiten, aber die Auswirkungen auf die Realität sind beschränkt, Musik verkommt zum Hintergrundgeräusch oder zur Kunst als Konsumgut.

So alt wie der Gesang ist auch seine Tiefe und Bandbreite im Ausdruck von Inhalten. Nicht nur über die Texte, sondern auch über die Stimmung kann eine Fülle von Informationen transportiert werden, die auf die Menschen ganz anders wirkt, als die einseitige Sinnesüberreizung durch Bilder und Lärm, Geräusche oder Texte.

Der markanteste Unterschied liegt hier in der Authentizität, die eine Gruppe von Menschen ausstrahlt, die motiviert, aus einem von Außen angestoßenen Antrieb heraus auf die Straße zu gehen um den Menschen mit ihrem Gesang, ihrem Auftritt, ihren Texten und nicht zuletzt ihrer Ausstrahlung etwas zu vermitteln.

Der Name, der Anstoß sowie das Aussehen der Gruppe variieren von Aktion zu Aktion, diese laufen spontan und mit möglichst wenig Tiefenplanung ab.

Der Ursprung des Lobauer Frühlings liegt in der Lobau – Besetzung vom 1.11. bis zum 18.12.2007, wo sich (zum Großteil Studierende) kreative Köpfe mit dem Thema Kommunikation von umweltpolitischen Inhalten mit gesellschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt haben.